Allein

Veröffentlicht auf von Saltira

Dieses Wort verfolgt mich schon mein ganzes Leben lang. Ich habe das Gefühl, schon immer alleine im Herzen gewesen zu sein. Gefangen in einer Menschenmenge, die mir die Luft abschnürt. Manchmal habe ich schlimme Tage, so wie heute, wo ich nicht schlafen kann. Dann seniere ich. Soviele Menschen wollten an meinen Leben teilhaben, aber ich ließ es nicht zu, weil ich es nicht konnte. Heute fällt es mir immernoch schwer, da ich immer wieder, zwar in immer längeren Abständen, mich verschließe und alles abblocke. Das ist wie ein Automatismus, ein Zwang.

Ich hasse diese Phasen oder Ausbrüche. So doof wie ich bin, lebe ich dann in einer Illusion wie heute, dass ich mir selber den Boden unter den Füssen wegreiße. Positiv denken! Positiv handeln! Boah, kotzt mich das alles schon wieder an! Diese Eisschicht um mein Inneres muss unbedingt weg. Wie soll ich sonst ein Urvertrauen zu meinem Kind aufbauen? Manchmal muss man etwas oder jemanden kurzfristig über sich stellen, damit man aus dieser Grube entfliehen kann und momentan ist der Graben schon wieder so tief. Dieses elende wieder rauf in die Realität krabbeln und in die Illusion fallen, zehrt langsam aber sicher ziemlich an meinen Nerven.

Aber ich bin eine Kämpfernatur! Aufgeben ist einfach nicht, ich kann es nicht, obwohl ich mir das manchmal schon gewünscht habe. Dann tut es wenigstens nicht mehr weh. Der Nachteil wäre bloß ein grausames Leben in einer leeren Hülle aus Fleisch. Neee, das ist nichts für mich und wird es auch nie sein. Rückschläge sind nunmal dazu da, um wieder daran erinnert zu werden, wofür man kämpft! Man kann es nicht vermeiden und es gehört zum Leben dazu, sonst macht man ja keine Erfahrungen. Erfahrungen, positiv wie negativ bringen uns in irgendeiner Weise voran und haben einen Sinn, auch wenn wir es in dem Moment nicht sehen.

Diese seelische Kälte verdrängt alle Gefühle. Es ist einfach nur ekelhaft. Man ist ein Schatten seiner selbst. Komm doch mal endlich raus, Herz! Trau dich doch mal. Du hast schon soviel erlebt, was dich gebrochen hat und trotzdem hast du noch Hoffnung. Du hast keinen an dich ran gelassen, weil du es nicht kannst? Nicht willst? Beides?
Nicht alles ist verloren. Vertraue dir selbst! Vertraue anderen! Wenn du brichst, flicke die Narben. Dein Körper hat schließlich auch welche, eine hat dir sogar das Leben gerettet! Sehe es positiv! Narben gehören zur Persönlichkeit. Jeder hat sie.

So Eingenmotivation abgeschlossen.... So kann ich es immer wieder lesen und in meine Erinnerung rufen, wenn ich es einmal vergessen habe.

Veröffentlicht in Mein Leben

Kommentiere diesen Post

Winfried Schley 01/17/2009 16:46

Was Sie beschreiben, kratzt nur rezeptartig an der Oberfläche, geht nicht in die Tiefe. Seelische Tiefe ist immer irgendwie auch religiöse Tiefe. Aus welchen Motiven kommt das für Sie nicht in Frage?

Saltira 01/17/2009 17:06


Ich bin Pantheist, ich glaube an etwas göttliches, was größer ist als wir und uns verbindet, aber nicht an einen personellen Gott. Glaube ist etwas grundlegendes in meinem Leben. Ich bin
evangelisch erzogen worden, aber die Kirche sehe ich eher oder lieber symbolisch und nicht als Institution, außer wenn sie Hilfe anbieten. Wenn es um Religion in Verbindung mit Instituion geht,
ist  das ein "Rotes Tuch"-Thema für mich. An irgendetwas muss man ja glauben, und wenn es nur man selbst ist.


Winfried Schley 01/17/2009 16:22

Haben Sie es schon einmal mit Gebet und/oder Meditation versucht? Aufrichtiges Beten legt Selbstheilungskräfte frei.

Saltira 01/17/2009 16:35


Ja,  mit Esotherik, Meditation, Reiki, dafür interessiere ich mich auch. Bin auch Reiki 2.Grades. Das hilft bis zu einen bestimmten Punkt.. Genauso wie Naturheilkunde, Akupunktur, etc. .
Bloß bei starken Stimmungsschwankungen und meinem Krankheitsbild ist es schwierig.
In der Theorie kenne ich vieles, und rate auch anderen, bei denen es hilft, aber ich kann es nicht auf mich anwenden...